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29.6.13: Hofkreuz auf Raulfs Hof wurde heute gesegnet

Hofkreuz auf "Raulfs Hof" wurde wieder aufgestellt

Im Jahre 1815 wurde auf dem damaligen Rauls Hof ans Raulfs Ufer von den Eheleuten Raulf-Droste ein Hofkreuz errichtet.

Die späteren Besitzer des Hofes, die Familie Ferdinand Stemann, ließ dieses inzwischen verwitterte Hofkreuz im Jahre 1955 neu aufarbeiten.

Im Jahre 1992 wurde ein Steinsockel angebracht mit der Aufschrift "Stemann Theodor  + 1861".

Am 18. Januar tobte über dem Sauerland ein fürchterlicher Sturm, der zum Teil über die Hälfte des gesamten Baumbestandes im Hochsauerland verwüstete, auch dieses über 2,5 m hohe Hofkreuz konnte dem Druck von"Kyrill" nicht widerstehen und wurde umgestürzt.

Im Jahre 2013 erwarben die Eheleute Uschi und Johannes Decker aus dem Rheinland "Raulfs Hof", in dem sie schon seit ein paar Jahren wohnten, von den Stemann-Söhnen Ferdinand-Josef und Burkhard und begannen mit der Restaurierung dieser bekannten Immobilie. Für die Eheleute Decker war es eine Selbstverständlichkeit, auch das alte Hofkreuz wieder an alter Stelle zu errichten.

Und so konnte am heutigen Patronatsfest von Peter und Paul und gleichzeitig dem 70-sten Geburtstag von Frau Uschi Decker Dorfpfarrer, Pastor Ernst Thomas, im Kreis von rund zwanzig geladenen Gästen das von Herrn Johannes Decker restaurierte Hofkreuz einsegnen und wieder seiner Bestimmung übergeben.

Vor der Einsegnung hielt Johannes Decker einen kurzen Vortrag:

Historisches und Bautechnisches zu Hofkreuzen

Hofkreuze sind einem Hof oder einer Siedlung zugeordnet.


Häufig sind die Höfe größer als der Raulfs Hof, nicht aber unbedingt älter. In den vielen Beschreibungen der Errichtungen und auch der Renovierungen oder Erneuerungen wird auf den Grund der Aufstellung hingewiesen.

Die Veröffentlichungen berichten weit gehend über den Zeitraum des 17. bis 20. Jahrhundert. Liest man von noch älteren erstarrt man schon in Ehrfurcht


Bei der großen Anzahl von Hof- und Wegekreuzen hier in Oeventrop hatte ich schon die Idee der Inventarisierung. Doch dann hatte ich ein Gespräch mit Herrn Molitor, der mir zu meiner Freude darüber berichtete, dass er, gemeinsam mit dem Neheimer Josef Pohlmann ein Buch herausgegeben habe, mit dem Titel: "Kreuze die am Wege stehen".

In diesem Buch ist auch dieses Kreuz auf Seite 164 abgebildet und mit folgendem Text beschrieben:

"Über das Kreuz auf dem heutigen Hof Stemann ist nichts überliefert. Von der Art des Kreuzes her liegt es jedoch nahe, dass es von der Familie Raulf als Hofkreuz errichtet wurde, nachdem der Hof im Jahre 1815 von Josef Raulf erbaut worden war.

Ein ähnliches Kreuz findet man an den 7 Fußfällen in Glösingen.

Dies gilt auch für das Kreuz des ehemaligen Hofes Kraas, später Spindeldreher, ebanfalls in Glösingen.

Ein solches Kreuz stand auch auf dem Lattenberg."

Es gilt für die Zukunft, weiter nach historischen Merkmalen zu fragen und Antworten zu finden.

Mit bautechnischen Elementen hat auch die besondere Begegnung mit diesem Haus für Uschi und mich zu tun.

Beim ersten Besuch des Hauses am 28. Dezember 2009 lag das Kreuz auf dem Rücken im Vorgarten - vom fürchterlichen Kyrill am 18. Januar 2007 umgeworfen.

Die untere eiserne Einfassung war
aus dem Sockel gerissen, worin sie mit längeren Schrauben und Dübeln befestigt war. Der untere Sockel war nicht anderes als der Grabstein des Theodor Stemanns, der 1861 auf dem Rumbecker Friedhof beerdig wurde.

Vor 1993 war das Hofkreuz in der heutigen Weise am Fundament verankert und nach seiner Errichtung 1815 im Jahre 1955 renoviert worden.

Den Entschluss den Raulfs Hof endgültig zu kaufen, haben wir schon auch von der Frage abhängig gemacht, ob das Kreuz noch vorhanden ist. Nun steht es wieder an der alten Stelle. Die alten Eichenbalken sind bestens erhalten. Das Dach ist neu gerichtet und eingedeckt worden. Das Holz wurde mit Schutzfarbe behandelt.

Bei der Bearbeitung sind uns viele Dinge aufgefallen und eingefallen.

Eine Besonderheit ist für mich z.B. das Kerzenhäuschen. Die ist aus einem Stück. Die Vertiefung wurde mit einem Loch-Bohrer ausgehoben. Hier, wie man sehen kann, hat der Schreiner allein über 60 mal angesetzt und den Hintergrund sauber glatt hergestellt. Weitere allgemeine und spezielle Fragen tauchen auch hier auf und warten auf Antworten.

Im Anschluß an diese kurzen Vortrag begann die Zeremonie der Einsegnung des Hofkreuzes durch Pfarrer Thomas.

Nach dem Festakt waren dei Gäste zum gemeinsamen Kaffeetrinken geladen.

Nachstehend einige Bilder:

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Johannes Decker erklärt einige Details

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Pfarrer Ernst Thomas bei der Einsegnung

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Die geladenen Gäste: Verwandte und Freunde

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Die 4. v.l. ist Ehefrau Uschi Decker, die als bekannte Malerin im Jahr 2011 einen kleinen Teil ihrer Bilder in der Spadaka/Glösingen ausgestellt hatte:

http://www.oeventrop.de/index.php?option=com_content&view=article&id=102%3Abilderausstellung-von-uschi-decker&Itemid=99

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