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7.6.17: Zweckentfremdung des Hubertuspöstchen wurde rückgängig gemacht

Wiedereinweihung des „Hubertuspöstchen“ auf dem Hasenacker

Zweckentfremdung wurde rückgängig gemacht

Lobenswerter Einsatz von Herbert Padberg

Am Samstag, dem 13. Mai 2017 wurde das bekannte Ehrenmal am Hasenacker nach seiner Renovierung, von Pfarrer Ernst Thomas in Anwesenheit der beteiligten Familien Loewe und Engelhardt Kraas sowie dem Ortsheimatpfleger Ulrich Kümmeke und vielen interessierten Mitbürgerinnen und Mitbürger, wieder eingeweiht.

Viele Leser werden sich fragen, warum kommt es zur Wiedereinweihung dieses Bildstocks?

Das im Jahre 1962 geplante Hubertuspöstchen wurde durch einige Oeventroper Heimatfreunde und der Familie Wilhelm Loewe (Bahnhofgastwirt) in einer bestimmten Meinung 1963 errichtet und am 26.01.1964 eingeweiht.

In den darauf folgenden Jahren wurde der Bildstock viele male von Rowdies zerstört und immer wieder hergerichtet. In Protokollen aus dem Jahr 1970 wurde festgehalten, dass der hl. Hubertus aus seiner Befestigung gerissen und mit abgeschlagenem Kopf auf dem angrenzenden Acker wieder gefunden wurde. Ein zweites Mal wurde er geraubt. 

Die letzte Renovierung erfolgte in den 70-iger Jahren durch Mitglieder der CDU-Oeventrop. Dabei wurde die Figur des hl. Hubertus gegen eine Marienstatue ausgetauscht, die bis in die letzten Wochen unangetastet blieb.

Die Zweckentfremdung des Hubertuspöstchens war dem langjährigen SGV-Vorsitzenden Herbert Padberg auf seinen Spaziergängen immer ein Dorn im Auge. Ein Bildstock mit dem Schild: "Hubertuspöstchen gestiftet von der Familie Wilhelm Loewe 1962", und dann darin eine "Madonna", das passt doch nun wirklich nicht!

Nun, nach vielen Jahren nahm Padberg das Heft des Handelns in seine Hand. Er nahm mit Fritz Loewe, einem Neffen der Stifterfamilie Kontakt auf, um die Genehmigung für die Umänderung einzuholen. Der Neffe betonte, dass die Familie Loewe nicht mehr im Besitz des Bildstocks sei, er möge sich in dieser Angelegenheit an den neuen Besitzer, Engelhard Kraas, wenden.

Bei einem Gespräch über den Austausch der Statue bekam Herbert Padberg sofort die Zusage von Engelhard und Gertrud Kraas.

Das Schnitzen bzw. die Suche nach einer Statue erwies sich recht schwierig. Schließlich fand Padberg im Internet eine Firma, die Heiligenfiguren herstellt. Schnell erfolgte dann der Kauf der Statue.

Aber mit dem Kauf allein ist es nicht getan, es musste auch der Bildstock renoviert werden.

Mit dem Heimatfreund Albert Schlupp fand Padberg einen tatkräftigen Helfer; mit dessen Hilfe die beiden gemeinsam das Hubertuspöstchen wieder instand gesetzt haben.

Bei der Einweihung berichtete Herbert Padberg darüber, wie es überhaupt zu dem Bildstock gekommen ist. Diese Informationen erhielt er von dem Dinscheder Pohlbürger Egon Brüggemann, der sich als Zeitzeuge noch gut an die Entwicklung erinnern kann.

Der Anstoß zur Erstellung des Bildstocks wurde in der Bahnhofswirtschaft gefasst, die damals die Familie Wilhelm Loewe gepachtet hatte.

In der Bahnhofswirtschaft trafen sich sonntags abends einige Oeventroper Herren mit den "Neylhasen" (es waren die Arbeiter und Angestellten aus den VEW-Werkswohnungen im Neyl) und Bewohner des Rumbecker Hammers, nach dem Spaziergang über den Hasenacker zum gemütlichem Umtrunk. Es wurden plattdeutsche Abende durchgeführt und die kleine Politik von Oeventrop diskutiert.

Mit zu dieser Runde zählte auch die Bahnhofswirtin, Loewen Käthe, sie war die treibende Kraft, die sich für den Bau des Bildstocks einsetzte. Unterstützt wurde sie durch Spenden und Hilfe der Heimatfreunde von der Sonntagsrunde.

Hauptorganisatoren waren der Kreisheimatpfleger Carl Kessemeier, und das Mitglied des Stammtisches, Egon Brüggemann, seinerzeit Angestellter bei der Firma August Keßler, die Materialen und Geräte für den Bau stellte.
Zunächst wurde eine Bauzeichnung durch den Architekten, Ottokar Matyssek angefertigt. Anschließend suchte man den passenden Standort für dieses Bauwerk, das natürlich auf dem Hasenacker, in Loewen Wald oberhalb des eigenen Wohnhauses stehen sollte.

Mit der Bauzeichnung, (heute im Besitz von Engelhard Kraas), begaben sich Egon Brüggemann und Carl Kessemeier auf den Weg in den Hellefelder Steinbruch, den die Firma Keßler damals gepachtet hatte.

Es wurde der Auftrag an die Steinbrucharbeiter erteilt, die einzelnen Steine zu behauen, die da nach nummeriert als Rohlinge im Steinbruch zum Bildstock aufgeschichtet wurden.

Der Abtransport der behauenen Steine erfolgte durch den LKW der Firma Keßler.

Nach dem Aushub der Baugrube für das Fundament musste der Beton eingebracht werden, der an der Baustelle der Firma Springorum, auf dem ehemaligen Hiag-Gelände gemischt, und mit dem Motrakauf den Hasenacker transportiert wurde.

Die Maurerarbeiten erledigte der Polier der Firma Keßler, Norbert Weber, aus Freienohl.

Der Bildstock erhielt ein Kupferdach, das der Klempnermeister König stiftete. Er musste mit seinem Fahrrad und der Werkzeugtasche, auf den Hasenacker um das Dach anzufertigen.

Ein handgeschmiedetes Eisengitter sollte dem hl. Hubertus Schutz gewähren. Es wurde vom Schmiedemeister Brüggemann aus Uentrop gefertigt und vom Mitglied der Sonntagsrunde, Adolf Hachmann, vom Rumbecker Hammer, gespendet.

Die Statue des hl. Hubertus stelle Carl Kessemeier zur Verfügung. Sie wurde von der Bildhauerin Frau Anneliese Diese-Trompeter aus Wennigloh geschaffen.
Nach Fertigstellung aller Arbeiten wurde das Hubertuspöstchen von den Heimatfreunden der Familie Wilhelm und Käthe Loewe und Sohn Hubert übergeben und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Die Ansprache bei der feierlichen Übergabe hielt der damalige Kreisheimatpfleger Carl Kessemeier.

In besonderer Weise ging er auf den Schutzpatron der Jäger, den hl. Hubertus, ein und erwähnte, dass schon die Kurfürsten von Köln und die Landesherren von Arnsberg hier über den Hasenacker zur Jagd zogen. Die alte Flurbezeichnung "Hasenacker" erinnert an das Jagdwesen, denn das nahe gelegene Kloster Rumbeck hatte hier das Recht der Niederjagd.
Danach erfolgte die Einweihung des Hubertusbildstocks durch den  damaligen Pfarrer Albert Vonnahme.

Text: Franz-Josef Molitor

VERMÄCHTNIS:

Die Gemeinschaft, die den Bildstock auf dem Hasenacker erstellen ließ, macht heute am Tage der Einweihung(26.1.1964) folgendes Vermächtnis:
Dieser Bildstock wird am heutigen Tage der Familie Wilhelm Loewe, Oeventrop voll und ganz zum Geschenk gemacht. Daraus ergibt sich die Erhaltung und Pflege, auch auf weitere Generationen der Familie Loewe.
Oeventrop, 26.1.1964. gez: Unterschriften

Zur weiteren Pflege hat sich nun für die Zukunft die Familie des Waldeigentümers Engelhardt Kraas bereiterklärt!

alt
Camera
PENTAX K200D
Focal Length
45mm
Aperture
f/6.7
Exposure
1/30s
ISO
20 
Text: Franz-Josef Molitor
Fotos: Herbert Padberg

Alle Bilder finden Sie hier:

https://www.flickr.com/photos/oeventrop_people/sets/72157681728589744

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