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26.3.12: Pfarrer Hölzer feierte sein 60-jähriges Priesterjubiläum

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Pfarrer Ernst Thomas (l.) und Jubilar Hans Hölzer bei der Meßfeier

Unter großer Anteilnahme der kath. Kirchengemeinde und Vertretungen zahlreicher Vereine feierte der langjährige Pfarrer unserer Kirchengemeinde, Hans Hölzer, im Alter von 84 Jahren sein 60-jähriges Priesterjubiläum. Den feierlichen Gottesdienst zelebrierte er gemeinsam mit seinem Nachfolger Ernst Thomas und Pater Trilling vom Missionshaus. In seiner Eingangsansprache sagte Pfarrer Thomas, dass es eine ganz besondere Gnade sei, ein diamantenes Priesterjubiläum feiern zu können, dies sei auch in der Erzdiözese Paderborn schon eine große Ausnahme.

Da leider die Lautsprecheranlage im ungünstigsten Moment ausfiel übernahm der stimmgewaltigere Thomas für Herrn Hölzer die weitere Feier des Gottesdienstes.

Der Gottesdienst wurde feierlich umrahmt vom Kolpingchor und dem Frauensingkreis.

Nach dem Gottesdienst war die Gemeinde herzlich zum Empfang im Pfarrheim eingeladen. Zahlreiche Gäste nahmen diese Einladung an und sorgten so für einen schönen Empfang unseres langjährigen, sehr beliebten Pfarrers Hans Hölzer. Endlos war die Schlange der Gratulanten, die Herrn Hölzer mit guten Worten, den besten Wünschen und zahlreichen Geschenken beglückwünschten. Den Anfang machte die Musikkapelle des Oeventroper Musikvereins unter Kapellmeister Rene Kock, die bei herrlichstem Wetter dem Jubilar vor dem Pfarrheim ein musikalisches Ständchen aus vier Musikstücken brachte; den Abschluß bildete das festliche „Tochter Zion“!

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Im Pfarrheim verlas Pfarrer Thomas einen Glückwunsch des Erzbischofs von Paderborn, Hans-Josef Becker, der dem diamantenen Jubilar weiterhin Gottes Segen für sein weiteres Leben wünschte.

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Da wegen der großen Anzahl der Gäste nicht alle persönliche Worte an den Jubilar richten konnten ergriff Ex-Chorleiter Erhard Jakel die Initiative und stimmte zum Canon an: "Viel Glück und viel Segen, auf all Deinen Wegen!"

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Nach dem alle Glückwünsche an Pfarrer Hölzer übermittelt worden waren ergriff der Jubilar das Wort zur Dankesrede. Er erinnerte an seine Kindheit in Hagen, wo er in einer sehr christlichen Familie aufgewachsen sei. Als Kommunionkind sei er in die Jungschar eingetreten, zwangsweise aber auch in die „Hitlerjugend“, zu deren Treffen er aber nie gegangen sei. Erst später, in der „Quarta“ des Gymnasiums sei er samstags zur HJ gegangen, weil man ihn sonst von der Schule verwiesen hätte, sonntags aber nie. Als daraufhin ein Führer der HJ zu ihnen nach Hause gekommen sei und auch sein Kommen an den Sonntagen verlangt habe, hätte sein Vater gesagt: „Samstags kann er kommen, sonntags aber nicht, da geht er in die Kirche!“

Im Laufe des Krieges sei er dann auch zu den Soldaten eingezogen worden und habe bei mehreren Waffengattungen gedient. Zum Ende des Krieges sei es eine besondere Fügung gewesen, dass er von der Ostfront nach Bayern versetzt worden sei. Als die Amerikaner unmittelbar vor der Tür standen habe ihr Kommandant zu ihnen gesagt, sie sollten sich den Amerikanern ergeben. Ihr Spieß habe aber zu ihnen gesagt, der Hauptmann hätte damit ausdrücken wollen, sie sollten sich auf den Weg nach Hause machen. Dies habe er mit einigen anderen Kameraden auch in die Tat umgesetzt und nach einem mehrwöchigen Fußmarsch sei er glücklich wieder bei seinen Eltern in Hagen eingetroffen. Er wäre dem lieben Gott für den Schutz in all den Kriegsjahren so dankbar gewesen, dass er seinem jungendlichen Herzenswunsch, Priester zu werden, gerne nachgekommen sei.

Zum Studium der Theologie sei er nach Paderborn gegangen, weil er da hätte am schnellsten ankommen können. Nach 12 Semestern sei er dann froh und glücklich gewesen, sein Ziel erreicht zu haben, gemeinsam mit 39 anderen Studenten an Ostern in Paderborn zum Priester geweiht worden. Erzbischof Dr. Lorenz-Jäger habe ihnen am 25. März 1952 die Hand auf gelegt. Hölzers Primizspruch lautete: „Dein Reich komme, Dein Wille geschehe“!

Danach trat er seine erste Vikarstelle in Wilmersdorf an, nach einigen Jahren wurde er nach Herne versetzt und danach zur dritten Vikarstelle nach Schwerte. Sein Ziel sei es aber gewesen, so schnell wie möglich Pfarrer einer eigenen Pfarrei zu werden. Als dann nach dem Tode von Pfarrer Albert Vonnahme eine Stelle in Oeventrop ausgeschrieben gewesen sei, habe er dem Bischof geschrieben, dass er nun aber nicht mehr als Vikar versetzt werden möchte, sondern eine eigene Pfarrei haben möchte, daher bewerbe er sich für die ausgeschriebene Stelle in Oeventrop. Leider habe der Bischof seinen Wunsch nicht erfüllt, doch nur wenige Wochen später habe er wieder eine Stellenausschreibung von Oeventrop gelesen, da der kurz zuvor eingestellte ältere Pfarrer Kemper schon nach wenigen Wochen verstorben sei. Zu seinem Glück seien vom damaligen Kirchenvorstand Rektor Karl Brüggemann und Architekt Horst Eickhoff zum Erzbischof nach Paderborn gefahren und hätten dem klar zu Ausdruck gebracht: „Diesmal wollen wir aber einen jungen und gesunden!“ Das war der Startschuß für sein erfolgreiches Wirken in Oeventrop. Hier vor Ort hat er „als Pfarrer mit Herz“ unzählige Wurzeln und Spuren hinterlassen. Unübersehbar die Zahl seiner Taufen und Eheschließungen, die Zahl der Erstkommunuikanten und die der Verstorbenen. Begleitet wurde er in all den langen Oeventroper Jahren von seiner Schwester Josefa, mit der er auch nach seiner Pensionierung ins Nachbardorf Freienohl zog, von wo aus er noch immer, bis zum heutigen Tag, im Dienste Gottes unterwegs ist. Inzwischen ist er wieder an den Ort seines langen Wirkens, nach Oeventrop zurückgehrt und wohnt in einem schönen Appartement beim Elisabethheim, tagtäglich seine geliebte Pfarrkirche vor Augen.

„Lieber Herr Hölzer, als sie ankamen waren Sie wunschgemäß jung und gesund – heute sind Sie nur noch gesund! Das wünsche ich Ihnen auch noch für weitere viele Jahre – und wir freuen uns schon auf Ihre Gratulation zum 85.sten Geburtstag am Schützenfest!“                                      fjm

Weitere 52 Fotos finden Sie in unserer Galerie:

 

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