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17.7.12: Der längste Tag im Leben des IRONMAN Jörg Brouwer und der IRONWOMAN Diana Peters


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Am 8. Juli nahmen Jörg Brouwer und Diana Peters am IRONMAN European Championship teil.

Sie sind somit die beiden ersten Sportler aus Oeventrop, die diese unglaubliche Leistung vollbracht haben.

 

Im Nachfolgenden beschreiben Jörg und Diana Ihre Erlebnisse vom "längsten Tag ihres Lebens" - aber auch von einem Ihrer schönsten:

 

08.07.2012

3,8 km Swim- 180 km Bike- 42,2 km Run

Jörg Brouwer, Dietmar Blume, ( TriFun Hennesee) und Diana Peters (Tritus SV Neptun Neheim Hüsten) gemeinsam am Start

Am Freitag, den 07.07.12 checkten Rita und ich im Hotel L´Escala in Dreieich unweit vom Langener Waldsee ein.

Mein Freund und Vereinskollege Dietmar war schon früher angereist und schon beim Empfang der Startunterlagen hinter dem „Römer“ und dem Beginn der dazugehörigen Sportler-Messe dabei. Mit meinem Personalausweis, dem DTUStartpass und einer Vollmacht hatte er schon meine Unterlagen in Empfang genommen.

Abends um 19:00 Uhr folgte dann die Pastaparty mit Profigala in der Frankfurter Eissporthalle.

Hierbei wurden auch einige der Profiathleten vorgestellt. Und ein Amateurstarter aus Mexiko, welcher in der vorherigen Woche noch den IM in Österreich gefinisht hatte, in der Woche dann auf den Montblanc gewandert war und am Sonntag in FFM seinen 85.!!!! Ironman vollenden wollte.

Das Essen war sehr gut, die Stimmung auch.

Am Samstag hieß es dann ab 10:00 Uhr Check-in und Abgabe des Rades mitsamt Helm, Schuhen, Laufsachen etc. am Langener Waldsee.

(3 separate Beutel für die 1.und 2. Wechselzone markiert mit unseren Startnummern, erforderten echte logistische Herausforderungen für das Orga-Komitee).

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Der erste Blick auf den See ließ mich doch schlagartig ruhiger werden. Um nicht zu sagen: Ab jetzt ging mir da der A…so richtig auf Grundeis !!!

"Im Freibad sehen 3.800 Meter wirklich nicht so lang aus“, kam es aus mir heraus.

Wir peilten schon mal den genauen Schwimmstreckenverlauf an und probten sogar zum Spaß die Landgangunterbrechung nach 2100 m im feinen Sandstrand ein.

Danach fuhren wir in die Stadt, damit wir auch noch auf die Sportler Messe kamen.

Gut, dass ich meine Finanzministerin dabei hatte, welche mich so gerade noch am Powershopping hindern konnte.

Das erste Highlight ließ nicht lange auf sich warten:

Der Ironman-Weltmeister von Hawaii und Vorjahres-Europameister in Frankfurt, Faris Al-Sultan, lief uns bei der Sportlermesse über den Weg und ich hatte die Gelegenheit meinem Idol ein Foto mit mir zu entlocken.

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Das bekommt sicher einen Ehrenplatz in unserem Hause!

Dann führte uns der erfahrene Ironman-Triathlon Kollege Heiner Schirk aus Kallenhardt noch auf eine Hochhaus- Dachterrasse, wo wir mit lecker Essen und Getränken das Panorama und die Skyline von Frankfúrt genießen konnten.

Danach ging es zurück in unser mittlerweile stark aufgeheiztes Hotelzimmer (Vorort Dreieich, etwa 4 km vom Langener Waldsee).

Nach grade mal 2-3 Stunden Schlaf (Hitze im Zimmer und Nervosität pur) weckte uns am Sonntag um 3:30 Uhr das Telefon. Um 3:45 ging es zum Frühstück mit lauter Sportlern und um 4:40 fuhr unser Hotelshuttle mit uns los.

Leider hatte der Veranstalter die Zufahrt zum See schon gesperrt. So ging es für alle zu Fuß 1,8 km durch den Wald direkt zum Startbereich in unseren „Sportlerkäfig“, die sog. Wechselzone 1. (streng nur für Athleten abgesperrt)

Dort durften wir unsere Räder aus der nächtlichen Folienhülle befreien, die Reifen wieder aufpumpen, Kleiderbeutel für die Zielzone abgeben und dann ab zum See.

Um 6:45 starteten die Profis, sowie etwa 300 bunt gemischte AK- Athleten in der 1.Startgruppe mit den gelben Badekappen:

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Unsere Gruppe mit 2500 Athleten mit roten Kappen ging 7:00 Uhr ins Wasser.

Mit 2500 Schwimmern gab es einen Kampf im Wasser, den ich zwar lange befürchtet hatte, in vielen Triathlons als Vorbereitungswettkämpfe auch trainiert hatte, aber so in der Art und Weise noch nicht erleben sollte. Ich kann nun sagen, dass man dieses Spektakel mit 5000 Armen und 5000 Beinen einfach nicht trainieren kann und ich nun endlich weiß, warum diese 3,8 km die „Königsdisziplin“ der Triathlon- Schwimmdistanzen genannt wird.

Das Schwimmen lief nach den ersten 500 m und einigen Tritten gegen Schläfen und Schwimmbrille im engen Startpulk dann aber besser als gedacht.

Die Bewegungen wurden runder, die Atmung ruhiger und ich habe versucht, mich möglichst aus dem Kampf herauszuhalten und mein eigenes Ding zu machen. Ich hatte mit einer Zeit von ca. 1:18 std gerechnet und freute mich daher beim Blick auf die Stoppuhr über die dort stehende 1:07 std.

Meine bislang im Training nie erreichte Schwimmzeit!

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Schwimmausstieg-3,8 km: 01:07std

Aber der Schreck kam dann auf dem Weg in die Wechselzone (WZ 1:)

Es regnete!! Also im Umkleidezelt die Frage nach der richtigen Kleidung:

Einmal komplett neu und warm anziehen oder im nassen Einteiler, der unterm Neo bereits angezogen war, losfahren? Ich entschied mich für letzteres:

Neo aus, Helm und Schuhe an um keine Zeit zu verlieren.

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Die Zeit habe ich lieber genutzt, um Rita zu winken und mal nett in Ihre Kamera zu lachen. Sie konnte außen am Wechselzonenkäfig meinen Wechsel verfolgen, wie übrigens hunderte anderer Zuschauer ebenfalls. Das war schon ein irres Feeling!

Geil war, dass wirklich versucht wurde, jedem Athleten einen Helfer zur Seite zu stellen. Diese boten Hilfe beim sortieren der Kleidung an, Neo, Brille und Badekappe wurden eingepackt, dieses in den LKW zur Wechselzone 2 geschafft, mein Helfer erkundigte sich bei mir nach dem gesundheitlichen Befinden und wünschte mir weiter viel Erfolg.

Dann ab zum Rad und los.

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Es galt nun 180 km in 2 Runden mit mehreren Steigungen pro Runde zu absolvieren.

Zuerst die 12 km lange Zufahrt zur Radrunde, bei der ich schon auf ebener Strecke mit ca. 36 km/h im Schnitt unterwegs war.

Hoffentlich war das nicht zu schnell, aber ich ließ mich im Sog der anderen treiben, obwohl Trainer Horst oft gesagt hat, ich solle mein eigenes Ding machen.

Schon auf den ersten ca. 4,5 km wunderte ich mich, genau wie mein Freund Dietmar über die vielen Athleten, welche am Wegesrand ihre Reifen flickten. Was hatten die wohl falsch gemacht? („Zitat Dietmar“).

Aber bei mir lief es genau wie bei „Turbodiesel“ ( Dietmars neuer Spitzname) echt rund. Auch die erste Steigung („The Beast“) bei km25 ging ganz einfach.

Dann bei km 30 der 1. Stop. Meine Aeroflasche hatte sich gelöst und hing nur noch lose am Aerolenker. Also wieder festgemacht und weiter.

Mittlerweile nahm der Regen enorm zu und ich hatte schwer bereut, mit nassem ärmellosem Trisuit (bike/run-Anzug), welcher unter dem Neo schon beim Schwimmen getragen wird, gefahren zu sein.

Bei km60 und fast 2 Stunden Regen kam mir schon mal der leise Gedanke, ob ich die Nässe und den plötzlichen Temperaturabfall (nur noch 15 Grad) noch weitere ca. 9 Stunden so durchstehen würde.

Immerhin musste ich vor 4 Wochen bei meiner Mitteldistanz-Generalprobe in Harsewinkel (halbe Ironman- Strecke) bei ähnlicher Witterung und nur 12 Grad nach 20 km wegen Schüttelfrost aufgeben.

Nur gut, dass wir einige Bergpassagen zu bewältigen hatten, die uns etwas wärmer werden ließen.

Dann hörte der Regen bei km 85 auf, was nun dringend notwendig war!

Und es kam noch schöner: Unsere treuesten Fans André Kraus, Heiner Schirk sowie meine Frau Rita empfingen mich am Straßenrand des berüchtigten Anstieges „Heartbreak Hill“ in Bad Vilbel inmitten einer imposanten Zuschauerkulisse.

Hier sah ich sie das erste Mal nach dem Schwimmausstieg wieder und es wurde mir auch das erste Mal der Zwischenstand meiner Sportkollegen Diana Peters, Dietmar Blume und meiner Person zugerufen, dem ich vernehmen konnte, dass ich 20- 30 Min Vorsprung auf meine Mitstreiter hatte.

Gänsehautfeeling pur !

Mit Tempo weiter, bergab die Skyline von Frankfurt immer vor Augen und ab zur nächsten Runde.

Bei km110 kam dann zum 2. Mal der bekannte Anstieg in Bergen/ Enkheim (The Beast), auf den ich mich erstaunlicherweise nun sehr freute, zumal auch hier unsere mitgereisten Fans schon wieder an der Strecke standen.

Im Dauerlauf mussten sie von einem zum anderen Anstieg gelaufen sein, denn durch den an dieser Stelle sich stark verjüngten Rundkurs lagen diese beiden Passagen nur ca. 3 km auseinander, obwohl „The Beast“ bei km25/110 und „Heartbreak Hill“ bei km85/170 lagen.

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„Geile Sache, Ihr seid die Besten“ !!!... habe ich ihnen mehrfach zugerufen, denn das fühlte sich echt toll an.

Und wurde ich im vergangenen Jahr bei meinen Wettkämpfen an den Anstiegen noch im Dauerfeuer überholt, so zahlten sich nun die anstrengenden Trainingseinheiten im bergigen Sauerland aus. Ich konnte interessanterweise wirklich einige Konkurrenten einkassieren.

Spätestens jetzt wusste ich, wie wichtig und sinnvoll die regelmäßigen Radtouren mit meinen Freunden der Radsportgruppe Oeventropwaren.

Km 25/110 „The Hell“ Km 85/170„ Heartbreak Hill“

Start: Swim/Bike-Langener Waldsee

Plötzlich merkte ich auch den Sinn meiner morgendlichen Ausfahrten, wenn ich z.B. ab 7.00 in der Früh 3 Stunden allein losfuhr, um dann nochmals mit unserem Trainer Horst weitere 90 km mit hartem Intervalltraining durchzuhalten.

Ich erinnere mich noch sehr gut an diesen Tag, denn im Anschluss daran folgte eine von vielen sog. harten „Koppeltrainingseinheiten“.

(Das bedeutet, im Anschluss an die Bike-Einheit folgte öfters eine1- 1,5 stündige Laufeinheit!)

Dann mit Dampf die nächste Steigung in Maintal-Hochstadt bei km115 hinauf, angefeuert von einer atemberaubenden Zuschauerkulisse.

Der historische Stadtkern mit dem knochenharten Kopfsteinpflaster( hier denkst du, dein Bike fällt Dir gleich völlig auseinander), ist zweifellos einer der Anziehungspunkte für tausende von begeisterten Zuschauern, insbesondere an dieser 500 Meter langen Steigungsstrecke (“The Hell” genannt).

Weitere 5 km weiter machte mir sogar auch zum 2. Mal der „Hühnerberg“ -Anstieg in Hochstadt Freude, denn noch lief alles rund und ohne Schmerzen in der Muskulatur.

Von km 140-145 gelang ich dann auch zum 2. Mal zum ca. 5km langgezogenen, zwar relativ harmlosen Anstieg bei Friedberg (der sog.“Burgmeile“), jedoch merkte ich nun schon den immer stärker werdenden Wind und deutlich schwerere Beine.

Bei km150 dann der Blick auf die Uhr: Ich hatte hier ca.5:50Std. incl. Swim und Bike auf der Uhr mit einem Bike Schnitt von ca.33km/h.

In meinem Kopf kreiselte plötzlich eine nie zuvor angedachte Zeit:

Wenn ich es schaffen könnte, die letzten 30 km in 1 Std durchzuhalten, wäre ich in 6:50 Std in der Wechselzone 2.

Somit könnte ich meine, für den Marathonlauf angestrebte Zeit von knapp über 4 Std anpeilen und ich wäre in unter 11 Std im Ziel!

Wahnsinn-wäre das geil !!!

Doch ich hatte die Rechnung ohne diesen verdammten Wind gemacht, der die letzten 30 km so stark wurde, dass ich noch nicht mal in der Lage war, bergab einen 27-er Schnitt zu fahren.

Desweiteren merkte ich plötzlich, dass dies ein Ironman- Wettkampf und keine Möhnesee Rundfahrt ist und ab hier ließ mich auch meine Muskulatur ganz gut Schmerzen verspüren.

Der letzte Anstieg, der „Heart break Hill“ bei km170, zeigte diesmal auch meinem Rücken die Grenzen auf.

Rita, André und Heiner warteten auch hier bereits wieder mit lauten Anfeuerungen auf Diana, Dietmar und mich, erzählten mir aber später, dass ich diese Runde fast 15 min langsamer war und sie sich schon Gedanken machten, wo ich bleibe!

Dann zum letzten Mal wieder abwärts auf die Skyline von „Mainhattanzu.

Nun wieder ein Zitat von Dietmar, der mir die Worte aus dem Munde nimmt:

Vor der Wechselzone 2 der obligatorische Blick auf den Tacho und die Erkenntnis, dass uns hier der Veranstalter doch wieder etwas mehr zugemutet hat. Laut Ausschreibung sollten es 180,2 km sein, laut Wettkampfbesprechung 181km und was waren es wirklich? 183,5 km!!

Tja, that`s live!

In der WZ 2 der letzte Blick auf meine Uhr und wieder eine neue Erkenntnis: Hier stand nun eine 07:02 Std, anstatt die geträumte 06:50!

Also sank die Chance auf die Gesamtzeit von unter 11 Stunden drastisch!

Könnte ich wohl eine 03:57 Std. laufen, wo meine „reine“ Marathon-Bestzeit letztes Jahr in Essen bei 03:30 Std. lag?

(Im Nachhinein denke ich, wie bescheuert das war, zu diesem Zeitpunkt überhaupt an eine Endzeit gedacht zu haben, wollte ich doch eigentlich in 12-13 Stunden nur gesund ins Ziel kommen.)

In der WZ 2 wurde mir, genau wie bei den Profis, das Fahrrad im Laufschritt direkt abgenommen.

Und es gab für meine spinnerte Idee also nur die eine Chance:

Ich nahm meinen roten Laufbeutel von einem der 2500 Ständer… …und ohne umziehen, lediglich mit Schuhwechsel und Cappi aufsetzen, ging es in einer Wechselzeit von lediglich 01:50 min. durch das Zelt auf die Laufstrecke.

Was ich hier erlebt habe, war einer der bewegendsten Momente seit vielen Jahren:

Hinter dem Zelt am Mainkai-Ufer lag der rote Teppich, wo links und rechts die Zuschauermassen waren und uns Athleten in den 7. Himmel bejubelten.

Beim Niederschreiben bekomme ich schon wieder diese wunderbare Gänsehaut, die ich seit Tagen einfach nicht vergessen kann!

Nun sollte der schwerste Part folgen:

Der Marathon über 42,2 km:

Ein befreundeter Frankfurt Ironman- Finisher sagte mir vor 2 Wochen noch:

„Denk immer daran, es ist kein Marathon- denk Dir einfach, es sind nur 4 Runden je 10,5 km mit abschließendem grandiosem Zieleinlauf auf den „Römer“!

Gesagt getan und so ließ ich mich von der Menge treiben( Fehler Nr.1).

Ich habe dann auch eine ganze Zeit nicht mehr auf die Worte unseres Trainers und erfahrensten Vereins-Triathleten Horst Bornemann gehört, der mich dahingehend oft hingewiesen hat, wie gefährlich genau das ist.

(„Hör auf Deinen Körper und lass Dich nicht von anderen verleiten“.)

Aber was sollte ich machen, als ich nach 3 km plötzlich auf die 2.platzierte Profi- Triathletin Anja Beranek aufschloss, die allerdings schon 20 km hinter sich hatte?

Überholen? Keine Lust, denn die sah einfach nur Klasse von hinten aus! (auch von vorne, aber ich meine natürlich Ihren Laufstil). Ging außerdem konditionell auch nicht ƒº Außerdem dachte ich leise, ob Sie wohl bald von den TV Kameras erfasst wird?

Wäre ja `ne Chance, ebenfalls mal im TV zu erscheinen.

5 km lang hielt ich ihr Tempo von ca. 4:45 min/km locker durch (Fehler Nr.2), dann stellte sich mir die Frage nach dem Überholen plötzlich nicht mehr, denn mein Tempo brach rapide ab.

Also langsamer weiter im 5:30-er Schnitt/km und bloß auf Horst hören!

 

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Weiter Richtung 2.Runde:

Mein farbiges erstes Haargummi (zur Rundenerkennung) bereits am Arm, das 2. Mal durch den Zuschauerkanal über den roten Teppich und mit noch mehr Entenpelle am Körper weiter am Mainkai entlang.

Denn Rita, André und Heiner schrien aus voller Brust meinen Namen von den Rängen herüber. Was für ein bewegender Moment, hatten sie sich doch so beeilt, um rechtzeitig, nachdem sie auch noch Diana und Dietmar auf der Radstrecke in Bad Vilbel das letzte Mal angefeuert hatten, zur Laufstrecke zu kommen.

Mann ist das schön, so tolle Freunde (und Rita) zu haben! Nach ca.12 km abermals ein tolles Gefühl: Vor mir erspähte ich Dietmar, der grad in seine erste Laufrunde zog. Von weit hinten rief ich unserem“ Turbodiesel“ mit 50 Marathons auf dem Buckel seinen Namen zu. Einige Minuten liefen wir nun gemeinsam und erzählten kurz von unseren Erlebnissen, was mich glücklich machte, denn so eine Ironman- Distanz kann auf Dauer ganz schön einsam sein.

Auch dieses hatte ich schon mehrere Male in den vergangenen Monaten gehört, aber nicht so recht wahr haben wollen.

Erst wenn man selber erlebt hat, wie lange ein 12 Stunden Tag sich im Wettkampf anfühlt, wird einem die Einsamkeit bewusst und die Freude umso größer, wenn Deine Freunde dich anfeuern.

Als „ Turbodiesel“ sagte, wie schwer es Ihm grad fällt, weil die Hüfte anfing zu schmerzen, spornte ich Ihn an, sagte Ihm, eine 12-er Zeit wäre für Ihn locker drin, und dass ich am spinnen bin mit dem Gedanken an eine Zeit unter 11std.

Somit verabschiedeten wir uns und jeder wollte nun wieder sein eigenes Ding laufen!

Kurz danach schloss ich dann auch auf Diana in ihrer ersten Runde auf, die sich leider jetzt bereits mit Magenproblemen quälte.

Auch hier ein kurzer Smalltalk, wir wünschten uns alles Gute und jeder ging wieder seinen Weg. Nun folgten also weitere über 20 km ohne meine Mitstreiter, aber mit wahnsinnig tollen Zuschauern immer vor der Skyline von Downtown Frankfurt, und der historischen Museumsuferseite.

Rita, André und Heiner sprinteten ebenfalls mehrere Male über den „Eisernen Steg“ an das gegenüberliegende Ufer und feuerten uns so begeistert an beiden Mainuferseiten an.

Bis ca.33 km lief weiterhin alles rund bei mir, dann meldete sich plötzlich mein rechtes Knie wieder, welches mir vor 8 Wochen sehr starke Probleme verursachte.

Doch dem nicht genug, fing bei km 35 auch noch das linke Knie an, stark zuschmerzen.

Beide Beine fühlten sich nun schwer wie Blei an, waren eigentlich gar nicht mehr meine.

„Der berühmte Mann mit dem Hammer war nun da“

Die nächsten 5 km lief ich nun wie in Trance, musste mich mehr als stark konzentrieren, um mein Tempo halten zu können, bzw. nicht total abzufallen.

Dann der Blick nach links: André, Heiner und Rita, die mich abermals laut anfeuerten.

Ein wunderbares Gefühl, als André ca.1000 m neben mir her lief und mir Motivation pur gab:

„Lauf genauso weiter, nur noch einige Kilometer und Du bist ein Ironman“, rief er mir im Laufschritt zu.

„Wir sind stolz auf Dich und Diana und Dietmar schaffen es ebenso“, fuhr er fort.

Ich bat Ihn zu rechnen, wie schnell ich nun die weiteren Kilometer laufen müsste, um noch eine Chance auf unter 11 Std. zu haben, denn das bekam ich nicht mehr hin.

Er antwortete nur: Denk nun bloß nicht an Deine Zeit, das wichtigste ist, dass Du ins Ziel kommst und dieses sogar schneller, als Du überhaupt eingeplant hattest.

Denk einfach an den roten Teppich und die „Finish Line“ am Römer, die greifbar nahe ist“.

Hier kamen mir echt fast die Tränen ins Auge, der Kloß im Hals wurde dicker und ich war André wirklich sehr dankbar.

Einer der besten Läufer des LAC, auf den Oeventrop seit vielen Jahren stolz sein kann, fieberte persönlich meinem großen Traum entgegen und feuerte mich mit großer Freude an!

Dann erinnere ich mich noch an 2 Race Officer, die uns entgegenkamen und ich André bat, etwas Abstand zu halten, denn Begleitung war nicht erlaubt.

Einer von beiden bemerkte, wie frisch André nach den vielen km noch aussah und wir mussten beide schmunzeln.

Dann verabschiedeten wir uns und sollten uns im Zieleinlauf wiedersehen.

Hochkonzentriert, mein mittlerweile deutlich abgesacktes Tempo von ca. 7min/km nun durchzuhalten, wollte ich nun nur noch die letzten paar km ins Ziel bringen.

Erst jetzt kapierte ich endlich, warum es heißt, dass ein „Ironman“ im Kopf gewonnen wird!

Mit dem 4.farbigen Bändchen um den Arm kam ich endlich das letze Mal an der Wechselzone vorbei und ab ging es in den Zielkanal. Ich kann Euch sagen, hier ging echt „die Luzie“ ab. Diese Bilder werde ich so schnell nicht mehr vergessen.

Jeder wurde hier gefeiert wie ein Profi und als ich dann noch von der Tribüne Rita, André und Heiner lautstark meinen Namen brüllen hörte, brach der Bann.

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Unter der Uhr, die meinen Namen mit der Endzeit von 11:15:56 Std anzeigte, kullerten nun die Tränen aus mir heraus und ich wollte diesen Moment einfach nur genießen und für immer festhalten.

Die Schmerzen in meinen Knien waren plötzlich wie verflogen und ich zweifelte keine Minute, dass ich dieses Event baldmöglichst nochmal wiederholen würde.

Schade nur, dass unsere Tochter Celine hier nicht live dabei sein konnte, denn sie befand sich zurzeit im Ferienlager.

Sie wäre so gerne mitgefahren und hätte mich sicher auch lautstark angefeuert, denn das ganze Jahr über hat sie häufig mit mir trainiert.

Wenn im Winter abends meine Motivation fehlte, um in der Kälte meine Laufeinheiten zu absolvieren, haben wir uns oft die Stirnlampen aufgesetzt. Celine ist mit ihrem

Fahrrad dann neben mir her gefahren und hat mich angespornt und motiviert.

Toll, so eine Tochter zu haben, habe ich mir nicht nur dabei schon so oft gedacht.

Als Fazit kann ich sagen:

Der längste Tag des Jahres, aber sicherlich auch der schönste!

Viele Bekannte haben mich schon gefragt, warum ich das mache:

Ganz einfach, weil es Spaß macht !!!

…und der Schmerz geht, doch der Stolz bleibt ewig!!!

Und um es mit dem richtigen Ohrwurm zu sagen, der mich den ganzen WK
begleitet hat:

„ Ich wart` seit Wochen auf diesen Tag, und tanz vor Freude über den Asphalt“ …an Tagen wie diesen wünscht man sich Unendlichkeit, an Tagen wie diesen haben wir noch ewig Zeit“…

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Und am Montag früh bei der Siegerehrung mit tollem Buffet und Getränken mit über 2000 Personen bestätigte sich meine Entscheidung zu diesem Event nochmals.

Es war unglaublich schön, so viele glückliche Menschen aus so vielen Nationen kennengelernt und gesehen zu haben, die diesen Tag ebenfalls zu Ihrem schönsten und längsten gemacht haben.

Gemeinsam und hautnah in einer Halle mit den weltbesten Triathleten zu sein, war schon etwas Besonderes.

Und als der dienstälteste Triathlet mit 71 Jahren aus unserem Feld geehrt wurde, und dieser nun endlich seinen Rücktritt bekannt gab, wurde uns allen zum Abschluss nochmal ganz heiß. Mit „Standing Ovations“ wurde er begrüßt und bedankte sich dann bei seiner Frau, indem er das Publikum bat, Ihr die Ehrung und Anerkennung zuteil kommen zu lassen, als Dank für die Unterstützung, die sie Ihm in all den Jahren gegeben hat.

Ebenfalls spannend war sicherlich die Vergabe der Hawaii Slots für die diesjährige WM. Hier hätten Dietmar und ich jeder unter 9:27:30 bleiben müssen, um dort einen Platz zu bekommen.

Wir können ja die nächsten Tage zumindest weiter davon träumen!

Zusammenfassend hier nochmal meine exakten Ergebnisse und Splitzeiten:

Swim-3,8 km : 01:07:44 Std Wechsel Swim-Bike: 00:08:03 Std

Bike- 180 km: 05:47:44 Std Wechsel Bike-Run: 00:01:50 Std

Run- 42,2 km: 04:10:35 Std

Gesamt: 11:15:56 Std

Gesamtplatzierung: 984 von 2500

Altersklassenplatzierung AK 40-44:

238 .Platz von 529

Abschließend möchte ich mich nochmal ganz herzlich bei all meinen Sportfreunden sowie Bekannten und meiner Familie bedanken, die am TV und im Internet mit uns mitgefiebert haben und in den letzten Tagen mit super netten Worten gratuliert haben.

Darüber habe ich mich sehr gefreut!

Weiterhin ein ganz dickes Dankeschön an unseren Trainer Horst, den ich in den vergangenen Monaten sicher sehr viel mit Fragen und Bedenken zu meinem großen Ziel gelöchert habe, der mir stets bei der Trainingsplangestaltung geholfen hat und mit seinen langjährigen Erfahrungen eine mehr als wertvolle Hilfe war.

Danke auch für die gemeinsamen Trainingseinheiten auf dem Rad, beim Laufen, beim Schwimmen.

Beim Triathlon halt- kurz: beim TriFun!!!

Desweiteren bedanke ich mich bei unserem Schwimmtrainer Thomas Lux, durch den ich in den vergangenen Jahren sehr viel Spaß an dieser mir anfänglich

verhassten Disziplin bekommen habe. Durch Ihn habe ich nun wirklich meine Ängste im Wasser abgelegt, meine Schwimmzeiten haben sich um ein wesentliches verbessert und es macht einfach Spaß, mittwochs abends mit der gesamten Schwimmtruppe unter Thomas Anleitung zu trainieren.

Einen ganz herzlichen Dank möchte ich auch André aussprechen!

Mein absolutes Laufvorbild aus Oeventrop, von dem wir alle noch viel lernen können.

Danke, dass Du so oft gemeinsam mit mir beim Lauftraining warst, wo ich doch nun mal in eine ganz andere Laufkategorie gehöre, als Du.

Danke auch für die vielen Motivationspräsente, wie Deine Musik- und Video CDs, die mir in Trainings- Frustphasen super geholfen haben.

Last but not least bedanke ich mich vor Allem bei Rita und Celine!

Danke, dass Ihr mir die Chance gegeben habt, meinen Traum überhaupt zu ermöglichen.

Ohne Eure Zustimmung wäre das harte Training der vergangenen Monate gar nicht erst möglich gewesen.

Danke für den nötigen Freiraum, den ich haben durfte. Nur selten habe ich Kritik bekommen, wenn ich wieder beim Training war, anstatt im Garten aufzuräumen.

Danke für das leckere und gesunde Essen, wodurch ich sicher erst die notwendige Kraft bekommen konnte, diese Einheiten nach meiner 50 Arbeits-Std/Wo zu bewältigen.

Danke auch an Celine, die ganz oft mit ihrem Bike bei meinem Lauftraining dabei war und mich dadurch wirklich unterstützt hat.

Einfach Danke für Alles!

Ihr seid Beide einfach nur klasse!!!

Bis zum nächsten Event - Jörg

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Und hier die sportliche Vita von IRONMAN Jörg:

 

2000
Laufen 8.000-10.000 2 x wöchentlich  bis

2006   
Erstmals Teilnahme am Hennesee-Volks-Triathlon 750 m schwimmen – 20 km Radfahren – 5 km Laufen, aufgegeben beim Schwimmen

2007   
Eintritt in den TriFun-Hennesee, der inzwischen  72 Mitglieder hat

3 Volks-Triathlon: in Steinbeck, Oberhausen (bei Nacht) und am Hennesee
750 m schwimmen – 20 km Radfahren – 5 km Laufen

2008   
wieder 3 Volks-Triathlon :500 m Schwimmen – 20 km Radfahren – 5 km Laufen
2 Olympische Distanzen 1500 m Schimmen – 40 km Radfahren – 10 km Laufen

2009   
2 Volks-Triathlon 500 m schwimmen – 20 km Radfahren – 5 km Laufen
3 Olympische Distanzen 1500 m Schimmen – 40 km Radfahren – 10 km Laufen
Mein erster Marathon( 42,2 km) Bonn in 3 Std. 45 Min.

2010   
1 Mitteldistanz (abgespeckte Version) 1500 m Schwimmen – 90 km Radfahren – 20 km Laufen

Mein 2. Marathon(42,2 km) in Mainz in der neuen persönl. Bestzeit von 3 Std. 40 Min.

2011   
mehrere  Olympische Distanzen 1500 m Schimmen – 40 km Radfahren – 10 km Laufen,

3. Marathon (42,2 km)in Essen am Baldeneysee wieder neue persönl. Bestzeit: in 3 Std. 30 Min.
2 Mitteldistanzen in Köln:05:15 Std und in Bocholt am Aasee : 05:01 Std.
(2 km Schwimmen-90 km Rad-21km Laufen)

2012   
2 mal Mitteldistanz: 2 km Schwimmen - 90 km Radfahren - 21 km Laufen: Anfang Juni in Hasewinkel wegen Kälte aufgegeben, Ende Juni in Bocholt 30 Minuten schneller als 2011

Am 8.7. IRONMAN in Frankfurt 3,8 km Schwimmen, 180 km Radfahren – 42,195 km Laufen in einer Zeit von 11 Std. 15 Minuten

Mitglied im LAC Veltins Sauerland TuS Oeventrop und TriFun Hennesee

Ab 2007 -2012 regelmäßige Teilnahme an den Wertungsläufen des LAC Veltins Laufcups mit mindestens 5 unterschiedlichen Strecken zwischen 10 -15 km

Und weitere diverse Laufwettbewerbe zwischen 5-21 km


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Und hier die sportliche Vita von IRONMAN
(oder IRONWOMAN) Diana Peters:

2006 schloss ich mich der Marathon-Laufgruppe des TV Arnsberg an, die von Bernd Schenk geführt wird. In dem Jahr nahm ich an verschiedenen Volksläufen (10,15 und 21 km) teil.

2007 lief ich dann meinen ersten und einzigen Marathon in Essen rund um den Baldeneysee, den ich in einer Zeit von 04:04:09 Std. finishen konnte.  

Bernd Schenk machte mir dann immer wieder den Triathlon schmackhaft. Mangelnde Schwimmerfahrung und Wasserangst hielten mich aber davon ab. Schließlich schaffte ich mir im Frühjahr 2008 ein Rennrad an. Da ich zuletzt im jugendlichen Alter auf einem Fahrrad gesessen habe, waren auch diese Anfänge nicht leicht. Endlich fasste ich den Mut und meldete mich mit einigen Freunden am Möhnesee-Triathlon an. Jetzt gab es kein Zurück mehr und ich absolvierte am 16.08.2008 meinen ersten Volkstriathlon am Möhnesee (500m Schwimmen, 20 km Radfahren und 5 km Laufen). Das Schwimmen war eher beschwerlich, da ich mich mit einer Art Brustschwimmen durch das Wasser bewegte. Insgesamt brauchte ich 1:28:47 Std., aber der Triathlon Virus hatte mich infiziert. Trotz des qualvollen Schwimmens melde ich mich eine Woche später für den Hennesee -Triathlon an. Schon jetzt war klar, dass ich das Kraulschwimmen lernen und meine Unsicherheit im Wasser verlieren musste. Ende 2008 belegte ich dann in Sundern bei Thomas Lux einen Kraulschwimmtechnikkurs für Anfänger. Dieser Mann musste sehr viel Geduld aufbringen; aber mein Ziel war einen Triathlon in Kraulschwimmen zu absolvieren. Am Ende des Kurses war ich soweit, dass ich 25 m Kraul ohne Unterbrechung schwimmen konnte. Nach dem Kurs gab mir Bernd Schenk den Tipp, mich beim Tritus SV Neptun Neheim-Hüsten anzumelden, um dort weiter an meinem Kraulschwimmen zu arbeiten.

Anfang 2009 wurde ich dann Mitglied dieses Vereins.

Damals kannte ich einige Mitglieder bereits vom Laufen. Trotzdem war ich vor meinem ersten Training sehr nervös, da die meisten Athleten schon mehrfache Iron-Männer waren und ich gerade mal 25 m am Stück schwimmen konnte. Ich wusste nicht, ob ich da richtig aufgehoben war. Doch heute kann ich sagen, dass dieser Schritt für meinen weiteren sportlichen Weg der wichtigste überhaupt war und ich dort sehr viel gelernt habe. Ich ging jetzt zweimal in der Woche zum Schwimmtraining und nahm jeden Tipp, der mir gegeben wurde, gerne an. Nach einigen Monaten sah meine Leistung im Kraulschwimmen besser aus, und ich konnte tatsächlich im Mai 2009 meinen ersten Triathlon in dieser Stilart 500 m durchschwimmen. Mittlerweile gehe ich dreimal in der Woche schwimmen und trainiere fast ausschließlich mit meinen männlichen Teamkollegen, denen ich heute auch zu verdanken habe, dass ich so Kraulschwimmen kann und die Unsicherheit im Wasser fast ganz verloren habe.

2009 standen dann mehrere Volkstriathlons an und ich beendete die Saison mit meiner ersten Olympischen Distanz(1,5 km Schwimmen, 40km Rad fahren und 10 km Laufen.)

2010 wagte ich mich dann direkt auf die Olympische Strecke und schließlich beendete ich die Saison mit meiner ersten Mitteldistanz. (2 km Schwimmen, 90 km Radfahren und 21 km Laufen). Der Triathlon war jetzt ein Teil meines Lebens geworden.

Das Jahr 2011 wollte ich dann ambitionierter angehen. Ich hatte das Glück, dass mich ab jetzt Olaf Wiesenberg als Trainer betreute. Der langjährige Triathlet hatte bereits Erfahrung auf allen Distanzen gesammelt und schon viele Athleten mit seiner Trainingssteuerung erfolgreich betreut.

Ich war jetzt soweit, dass ich mir immer wieder Gedanken über einen Start an einem Ironman machte. Dies war eigentlich nie mein Ziel gewesen. Doch in den folgenden Monaten reifte immer mehr der Entschluss. Die Teamkollegen erzählten von ihren Erlebnissen und ich merkte, dass der Wunsch immer größer wurde, an einem Ironman teilzunehmen und zu finishen. Im Juni 2011 war es dann so weit: ich meldete mich für den Frankfurter Sparkassen Ironman European Championship an. Der Countdown lief.

Im Sommer 2011 nahm ich dann an verschiedenen Triathlonveranstaltungen teil, um mich für meinen Hauptwettkampf im September über die Mitteldistanz in Köln vorzubereiten. Die hervorragende Trainingssteuerung durch Olaf ermöglichte mir eine sehr gute Vorbereitung, und ich konnte meine Zeit in Köln zum Vorjahr um 19 Minuten verbessern.

Im November 2011 begann ich mit dem ambitionierten Training für den Ironman Frankfurt 2012. Auch in diesem Jahr durfte ich die gute Betreuung von Olaf in Anspruch nehmen. Diese Trainingsteuerung war und ist mir unglaublich wichtig. Ich komme damit super zurecht und weiß, dass ich in sehr guten Händen bin.

Zum Training gehören nicht nur Schwimmen, Rad fahren und Laufen, sondern auch spezifisches Krafttraining, Rumpfstabilitätsübungen und Stretching. Die Vorbereitungen klappten ganz gut. Ich habe insgesamt über 530 Trainingsstunden von November bis Juli hinter mich gebracht. Die Generalprobe in Harsewinkel konnte ich unter sehr kalten Bedingungen im Dauerregen finishen. Jetzt waren es nur noch wenige Wochen bis zum längsten Tag. Ich muss heute zugeben, dass ich in meiner Vorbereitung sehr viel Unterstützung genießen durfte. Neben der Trainingsteuerung von Olaf begleitete mich mein Partner, der auch langjähriger Triathlet ist, fast bei jeder Trainingseinheit. Wenn ich einen mentalen Durchhänger hatte oder nicht mehr konnte, baute er mich wieder auf und stand mir immer zur Seite. Meine Arbeitskolleginnen hielten mir den Rücken frei und meine Mutter kochte regelmäßig für mich. Triathlon ist zwar ein Einzelsport, der aber ohne diese Unterstützung in dieser Form für mich nicht möglich gewesen wäre.

Am 08.07. 2012 war es dann so weit. Die Vorbereitungen waren abgeschlossen und jetzt war ich am Zuge, all die Dinge, die ich in den letzten Monaten gelernt hatte, richtig umzusetzen. In der Nacht war an Schlafen kaum zu denken. Um 3 Uhr klingelte der Wecker, und bereits um 4 Uhr ging es mit dem Shuttlebus zum Langener Waldsee. Die Anspannung war jetzt auf den Höhepunkt. Es wurde jetzt Zeit, dass es losging. Die Erleichterung kam dann um 7 Uhr mit dem Startschuss, wo es mit 2800 weiteren Athleten auf die 3,8 km Schwimmstrecke, 180 km Radstrecke und 42 Kilometer Laufstrecke ging. Nach 1:08 Std. konnte ich überglücklich das Wasser verlassen und auf die Radstrecke starten. Leider hatten wir auf den ersten 90 km Dauerregen. Auf den zweiten 90 km blieb es dann zum Glück trocken.

 

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Nach 6:40 Std Radfahren konnte ich auf die Laufstrecke wechseln. Die Beine fühlten sich noch gut an und ich konnte mein angestrebtes Tempo laufen bis mich nach 13 Laufkilometern Darmprobleme einholten.

In diesen Moment war mir klar, dass dies noch eine harte Nuss wird. Der Körper baute immer mehr ab und machte das Laufen immer mehr zu einer Strapaze. Mein Partner, meine Familie und Freunde unterstützten mich an diesem Tag vor Ort und ich war froh, dass sie mich auf der Strecke immer wieder aufbauten. Nach insgesamt 13 Stunden und 11 Minuten war es dann geschafft: ich konnte in den Zielkanal zum Römer abbiegen und mir meine Ironman-Medaille abholen. Überglücklich aber total k.o. hatte ich es geschafft.

 

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Es war ein langer und harter Tag, der aber trotz der Strapazen einer meiner schönsten Tage im Leben war.

Überwältigt war ich von der Unterstützung von Familie, Freunde und Bekannte. Es haben so viele Leute mit mir gefiebert und die Daumen gedrückt. Das hilft einem im Rennen enorm weiter.

Ich kann nur jeden sagen, der so etwas vorhat, soll nicht zögern. Die Vorbereitung hat so viel Spaß gemacht, und ich habe durch den Sport so viele Leute kennengelernt sowie Freundschaften geschlossen. Es war ein unglaublich schöner Tag. Wenn ich weiterhin gesund bleibe, dann war auch dies nicht mein letzter Ironman.

 

 

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