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Fahrradwerkstatt der Flüchtlingshilfe aufgelöst

Fahrradwerkstatt der Flüchtlingshilfe aufgelöst

Aufgrund der festgestellten eklatanten Baumängel an der Dinscheder Grundschule wurde allen Nutzern des ehemaligen Schulgebäudes der Hauptschule die Aufenthaltsgenehmigungen entzogen, da das gesamte Gebäude, einschließlich Kellerräume für den Schulbetrieb der Grundschule dringend und auch verständlicherweise benötigt wird.

Dies betrifft auch die vor fast 4 Jahren von Dieter Dormann ins Leben gerufene Fahrradwerkstatt der Oeventroper Flüchtlingshilfe. Schnell konnte er ein Team von 6 sachkundigen Männern für diesen Solidaritätsakt finden. In den ersten Jahren war der Run auf die Fahrräder riesig. Hauptsächlich war es die Oeventroper Bevölkerung, die auf Grund der Hilferufe der „Dormann-Truppe“ Fahrräder in großer Anzahl spendeten. Rückschauend wurden etwas über 200 Fahrräder an Erwachsene und Kinder ausgegeben. Die meisten Räder kamen aus Oeventrop, aber auch teilweise aus den umliegenden Orten über Neheim bis Vosswinkel. Zum großen Teil waren die Räder fast voll funktionsfähig.

Das ganze Team möchte sich auf diesem Wege bei allen Fahrradspendern ganz herzlich bedanken!

„Erfreulicherweise wurde uns kein Schrott vor die Tür gestellt, teilweise waren die Räder sogar noch neuwertig“, so Dieter Dormann. Von den ehemaligen 6 „Hauptamtlichen“ sind nun zum Schluss noch Jochen Henke und der Arnsberger Jochem Krayl mit im Dieter Dormann Team.

Nach Aussage von Jochen Henke waren von Anfang an 3-6 Flüchtlinge mit im Flüchtlingsteam, drei von ihnen vom Beginn an bis zum Ende.

Henke weiter: „ Am Anfang war der Andrang ein Wahnsinn, teilweise konnte man nicht mehr ruhig schlafen, weil Fahrräder fehlten oder nicht schnell genug fertig wurden. Im ersten Jahr haben wir über 120 Räder überprüft, repariert und ausgegeben“.

Auf die Frage, ob sie es denn nun leid seien oder ihnen die Schließung Leid tue sagte Jochem Krayl: „Leid tut es uns nicht, da wir unsere Aufgabe als erfüllt ansehen! Wir konnten sehr vielen Menschen helfen, jetzt ist die Not aber nicht mehr groß. Jetzt kommen sie teilweise schon mit Autos, da sehen wir keinen Bedarf mehr. Uns hat die Arbeit gut getan, wir waren mit uns selbst zufrieden, aber jetzt ist es auch genug!“

Die noch vorhandenen Räder werden am Dienstag, dem 27.8. von der „Neuen Arbeit“ übernommen!

Dieter Dormann, dem das Fahrradfahren einfach ein Herzensanliegen ist, hat schon weitere Pläne. „Wir wissen ja nicht, wie lange das Hauptgebäude für die Öffentlichkeit nicht mehr zur Verfügung steht, aber wenn es mal wieder frei werden sollte, für diesen Fall träume ich von einem „Repair-Café“, nicht mehr von einer Werkstatt. Einfach nur mal zu bestimmten Zeiten vorbei fahren, ein „Käffchen“ trinken und ein bisschen schnacken, das wäre schön. Und wenn man dann mal dem einen oder anderen bei einem kleinen Defekt helfen kann, dann auch gerne!“

Hoffen wir, dass sein Wunsch in Erfüllung geht!

Text und Foto: Franz-Josef Molitor


Fahrradwerkstatt_807

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